Neulich hat mir mein Schwager seine Philosophie betreffend Nichtstun erklärt: „Von Zeit zu Zeit habe ich einfach Lust, mal nichts zu tun. Muss man denn immer was tun? Selbst wenn ich nichts tue, tue ich doch eigentlich etwas: Ich erhole mich, ruhe mich aus, lasse meine Gedanken schweifen. Ist das vielleicht nichts?“

 

Mein Schwager hat gut reden

Der Mann ist seit einigen Jahren pensioniert und finanziell gut gebettet. Da ist es leicht, zurück zu lehnen, zu tun und vor allem zu lassen, was man will. Je mehr ich aber über seine Worte nachdenke, umso mehr wird mir die Wichtigkeit, ja die Notwendigkeit bewusst, wenigstens etwas davon in meinen Alltag einfliessen zu lassen. – Nein, nein, ich stehe nicht unmittelbar vor der Pensionierung, doch genau deshalb muss das Nichtstun seinen Platz bekommen.

 

Vollgas und Boxenstopp

Wenn der Akku meines Notebooks sich dem Ende neigt, werde ich aufgefordert das Gerät an eine Stromquelle anzuschliessen. Tue ich das nicht, schaltet es sich von selbst aus. Auf dem Bildschirm erscheint eine Meldung: „Das System wird automatisch heruntergefahren, um Schäden und den Verlust von Daten zu vermeiden.“

Bei uns Menschen ist das anders. Stresshormone und falsch verstandener Ehrgeiz machen es möglich, Körpersignale und Fehler, die sich nach und nach einschleichen, zu ignorieren. Denn wo ein Dickschädel ist, ist auch ein Weg, egal wo dieser hinführt.

Zur Ruhe kommen und auftanken; ist das denn Luxus? Oder anders gefragt: Haben Sie ein schlechtes Gewissen den Akku Ihres Handys täglich aufzuladen oder Ihr Auto aufzutanken, wenn die Benzinanzeige auf leer steht?

 

Nichtstun ist mehr als ausruhen

Das Leben ist kein 100-Meter-Sprint, bei dem man in wenigen Sekunden seine ganze Energie einsetzen kann. Das Leben ist vielmehr ein Orientierungslauf über eine Marathondistanz. Da nützen die gute Lauftechnik und die Ausdauer nur etwas, wenn auch die Laufrichtung stimmt. Es kann also nicht schaden, hin und wieder anzuhalten und zu überlegen, ob man auf dem richtigen Weg ist. Genau hier liegt der Kern der Sache: Anhalten und überlegen. Was aussieht wie nichts tun, ist noch lange nicht nichts!

 

Und noch was…

Jenseits von Regeneration, die Leistung erst immer wieder möglich macht, hat – was die Italiener „dolce far niente“ nennen – schlicht und einfach mit Lebensqualität zu tun. Dieses Zitat von Karl Alexander Freiherr von Gleichen-Russwurm bringt es auf den Punkt:

Was nützen die Liebe, Glück, Bildung und Reichtum,
wenn du dir nicht die Zeit nimmst, sie in Musse zu geniessen?

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