“No pain, no gain!” (Kein Schmerz, kein Gewinn). Das ist nicht der Slogan eines angelsächsischen Sado-Maso-Clubs, sondern eine weit verbreitete Meinung bei Sporttreibenden. Wenn Sie von Ihrem Chef schlecht behandelt werden, fördert das nicht gerade Ihre Leistung. Mit Ihrem Körper ist das nicht viel anders.

 

 

Ist Muskelkater ein Beweis für ein gutes Training?

Nein, Muskelkater ist der Beweis einer deutlichen Überforderung. Muskelkater ist eine Verletzung der feinsten Muskelstrukturen. Die Schmerzen, die Sie spüren, sind Teil des Heilungsprozesses, deshalb spüren Sie diese mit einer Verzögerung von ein bis zwei Tagen.

 

 

Ist Laktat die Ursache von Muskelkater?

Laktat (Milchsäure) ist ein Stoffwechselprodukt, dass bei intensiven Trainings entsteht. Laktat ist nicht die Ursache von Muskelkater, es entsteht nur oft gleichzeitig und es hemmt die Regeneration des Muskels. Der Irrglaube mit Muskelkater erst recht ein deftiges Training absolvieren zu müssen, hält sich hartnäckig. Ein bewusst leichtes Training – das kann ein zügiger Spaziergang sein – unterstützt allerdings die Regeneration.

 

 

Bremsen macht Muskelkater

Muskelkater entsteht bei bremsender Muskelaktivität viel eher. Bremsende Tätigkeit lässt sich so erklären: Nehmen Sie eine volle Getränkeflache wie eine Hantel und stellen Sie sich aufrecht hin. Ihren Ellbogen legen Sie seitlich an den Körper in einem Winkel von 90°. Wenn Sie nun die Flasche heben wollen, muss sich Ihr vorderer Oberarmmuskel (M. biceps bracchi) zusammenziehen. Er überwindet so den Widerstand der Schwerkraft. Um die Flasche langsam wieder zu senken, muss Ihr vorderer Oberarmmuskel bremsen. Der Muskel muss nun gleichzeitig halten (bremsen) und schrittweise loslassen. Und bei solchen Bremsaktivitäten entsteht Muskelkater viel eher als bei überwindender Kraft.

Sie müssen schon einige Flaschen heben, bis Sie davon Muskelkater kriegen. Andere Beispiele kommen Ihnen bestimmt bekannter vor:

  • Wann haben Sie beim Wandern einen Muskelkater nach Hause getragen? Genau, beim Bergablaufen. Bergablaufen heisst für die Oberschenkelmuskulatur bremsen.
  • Wenn Liegestützen nicht Teil Ihres Alltags sind, Sie aber Ihren grossen Brustmuskel (M. pectoralis major) zu 20 Wiederholungen nötigen, spüren Sie das ein oder zwei Tage später deutlich. Ihr Muskelkater entsteht, während der grosse Brustmuskel Sie davor bewahrt, dass Sie mit Ihrer Nase auf dem Boden landen, also beim Bremsen.

 

 

Wann ist genug und was zu viel?

Wenn Sie ab und zu mal einen kleinen Muskelkater erwischen, verkraftet das Ihr Muskel, solange es nicht die Regel ist. Das ist auf alle Fälle besser, als unter allen Umständen einen Muskelkater vermeiden zu wollen und sich mit zu viel Vorsicht schwach zu schonen. Fördern können Sie Ihren Muskel nur, indem Sie in fordern. Genau das macht ein guter Chef mit seinen Mitarbeitenden. Die Grenzen hängen von den unterschiedlichsten Faktoren ab. Ertasten Sie sie!

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